Portfoliomanagement System

Vermögensverwaltung ohne PMS ist Geschichte

Pascal Lemann

Posted by Pascal Lemann - 11.07.18 11:29

Die Komplexität mit welcher sich ein unabhängiger Vermögensverwalter (UVV) in seinem Geschäft auseinandersetzen muss ist schwindelerregend. Nicht nur die horrenden regulatorischen Auflagen sondern auch die Ansprüche der Kundschaft steigen permanent. Der Kunde wird technisch affiner und dies gilt nicht zuletzt für die nachfolgende Generation – die sogenannten Millennials – welche ein UVV partout weiterhin betreut haben will. Die momentanen ökonomischen Herausforderungen im Bereich der Margen, Zinsen sowie der Verdrängungsmarkt in der Akquisition von Kunden erleichtern die Ausgangslage für den UVV nicht wirklich. Genau hier setzen Anbieter von integrierten Portfoliomanagement Systemen (PMS) an und bieten Lösungen zu den erwähnten Herausforderungen. Durch die sich massiv veränderte Finanzwelt in der letzten Dekade stellt sich für die meisten UVV nicht die Frage ob ein professionelles integriertes PMS für die zukünftige Geschäftstätigkeit notwendig ist, sondern lediglich in welcher Granularität ein solches System bezogen werden sollte.

Die Vermögensverwaltung ist digital effizienter
Die unabhängigen Vermögensverwalter erleben einen zweiten Frühling; Banken probieren alles Erdenkliche um sie anzulocken. Neben dem erwarteten Multiplikationseffekt hat sich vor allem auch das Vertrauen in die unabhängige Vermögensverwaltung wieder verbessert. Das Geschäft wird mehr und mehr reguliert und Prozesse sowie Kontrollen müssen gegenüber der Aufsicht entsprechend dargelegt werden; Die Technologie ist aber soweit fortgeschritten, dass es heuer einfacher ist, die Aufgaben und das Handeln der UVVs nachzuvollziehen und zu kontrollieren. Beispielsweise kann ein potenzieller Neukunde dank technischer Unterstützung vom UVV schnell und einfach überprüft werden.

Weitere Vorteile einer technologiebasierten Plattform finden UVVs in den Bereichen der Dokumentations-pflicht, der effizienten Gestaltung von, auf den Kunden zugeschnittenen, Portfolios und der entsprechenden Konsolidierung von solchen. Grundsätzlich fördert ein integriertes Portfoliomanagement System die stringente und dadurch effiziente Arbeit in vielen Bereichen des Vermögensverwaltungsgeschäftes.

Den „richtigen“ Prospect finden
Entsprechend der Wertschöpfungskette eines Vermögensverwalters begleitet das System den Endkunden auf der ganzen Reise. Wenn der UVV mit einem potenziellen Kunden in Kontakt tritt folgt ein entsprechender Eintrag in das CRM System. Nicht nur Präferenzen, Anlageziele und persönliche Angaben werden erfasst sondern auch regulatorische Fakten, Risikoparameter, KYC Informationen und vieles mehr. In der Startphase kann auch gleich der PEP Check angestossen werden um nicht unnötig viel Zeit in die Akquisition eines potenziellen HighRisk Kunden zu investieren.

Wenn im besten Fall der Prospect zum Kunden mutiert wird, sind die zuvor erhobenen Informationen bereits im System erfasst. Dadurch besteht die Möglichkeit dem Neukunden jederzeit auf Knopfdruck einen regulatorisch konformen Anlagevorschlag zu unterbreiten. Diese Tatsache unterstreicht die Professionalität eines Vermögensverwalters und der Kunde fühlt sich sicher aufgehoben.

Stets souverän sowohl gegenüber Kunden als auch der Aufsicht
Der allfällige Kunden-Onboarding-Prozess bei einer neuen Depotbank ist, aufgrund der bereits vorhandenen Daten beim UVV, ebenfalls massiv vereinfacht und kann viel effizienter abgewickelt werden. Über die gesamte Kundenlebensdauer ist die Einhaltung der aufsichtsrechtlichen Regularien im Portfolio- und Dienstleistungskontext gewährleistet und kann zu jedem Zeitpunkt nachgewiesen werden. Über die elektronische Anbindung zu den verschiedenen Depotbanken und die Ausführung von systemunterstützten Sammelaufträgen (z.B. bei taktischen Umschichtungen) wird zudem auch der Handel vereinfacht. Dank einem integrierten Portfoliomanagement System sind UVVs letztlich in der Lage für die Kunden ein state-of-the-art Reporting auf konsolidierter Ebene zu erstellen. Neben dem persönlichen Kontakt ist das Reporting zweifellos eine weitere wertvolle Visitenkarte gegenüber dem Endkunden.

Mühselige administrative Aufgaben sind Schnee von gestern
Natürlich zieht die Implementierung eines solchen Systems Kosten mit sich, doch aufgrund der flächendeckenden Vorteile wird eine solche Investition mittelfristig (3-5 Jahre) amortisiert. Eine Digitalisierung der Vermögensverwaltung erlaubt einerseits gewisse manuelle Arbeitsprozesse auszuklammern – konsequenterweise können Arbeitsplätze gespart werden. Andererseits müssen diverse mühselige, administrativ getriebene Kontakte zu Kunden bzw. Depotbanken nicht mehr händisch erledigt werden, sondern werden über das PMS automatisiert abgewickelt. Dies erlaubt eine grössere Effizienz und Effektivität im Tagesgeschäft eines Vermögensverwalters und schafft mehr Freiräume sich um gewinnsteigernde Themen wie Kundenzufriedenheit durch Extradienstleistungen, Akquisition von neuen Assets oder das Wachstum von bestehenden verwalteten Gelder zu kümmern.

Ohne PMS ist die Zukunft ungewiss
Deckt ein Portfoliomanagement System die erwähnten Punkte ab, sind über die Zeit wachsende Margen und sinkende Fixkosten die logische Konsequenz. Wichtiger aber ist die Sicherheit für die Zukunft gerüstet zu sein so dass die Geschäftstätigkeit auch über weitere (Kunden)-Generationen aufrechterhalten werden kann. Mit über CHF 400 Mrd. Assets under Management (Quelle: VSV – Verband Schweizerischer Vermögensverwalter) ist die Schweiz eines der grössten Länder im unabhängigen Vermögensverwaltungsgeschäft. Nicht alle Vermögensverwalter werden die neuen Marktgegebenheiten überleben. Eine gründliche Auseinandersetzung und die Implementierung eines integrierten PMS sind die ersten zwingenden Schritte im Überlebenskampf. Zusammenfassend kann gesagt werden:

«Wer die Meinung vertritt zu klein zu sein bzw. kein Geld oder kein Bedarf für die Implementierung eines integrierten PMS zu haben, läuft Gefahr vom Markt verdrängt zu werden – im besten Fall kann der Status-Quo aufrechterhalten werden.»

 
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Topics: Digitale Vermögensverwaltung


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